Doxy-PEP
Doxy-PEP Wien 1020 – Prophylaxe nach sexuellem Risikokontakt
Doxy-PEP (Doxycyclin-Postexpositionsprophylaxe) ist eine Methode zur Vorbeugung bestimmter bakterieller sexuell übertragbarer Infektionen nach einem Hochrisikokontakt. Sie ist kein Mittel für die breite Anwendung: Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) empfiehlt Doxy-PEP ausdrücklich nur für Personen mit dem höchsten individuellen STI-Risiko – und nur als Teil einer umfassenden Präventionsstrategie. In unserer Ordination in Wien Leopoldstadt beraten wir Sie individuell und verschreiben Doxy-PEP, wenn die Indikation nach ärztlicher Beurteilung gegeben ist.
Was ist Doxy-PEP?
Nach einem sexuellen Hochrisikokontakt wird einmalig eine Dosis Doxycyclin (200 mg) eingenommen – möglichst früh, spätestens innerhalb von 72 Stunden. Klinische Studien zeigen eine deutliche Reduktion von Chlamydien-Infektionen (bis zu 88 Prozent) und Syphilis (bis zu 87 Prozent). Beim Schutz vor Gonorrhoe ist Doxy-PEP hingegen in europäischen Verhältnissen wenig zuverlässig: Laut ECDC liegt die Tetracyclin-Resistenz bei Gonorrhoe-Erregern in der EU/EEA bei 58,4 Prozent (Stand 2023). Doxy-PEP schützt primär vor Syphilis und Chlamydien – nicht verlässlich vor Gonorrhoe.
Für wen ist Doxy-PEP geeignet?
Das ECDC empfiehlt Doxy-PEP ausdrücklich nicht als allgemeine Bevölkerungsmaßnahme. Eine Indikation besteht nur bei Personen mit dem höchsten individuellen STI-Risiko – konkret:
- Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), oder Transgender-Frauen
- mit einer STI-Vorgeschichte in den letzten 12 Monaten und
- wiederholt Hochrisikokontakten (kondomloser Sex mit wechselnden Partnern)
Allein PrEP zu nehmen oder MSM zu sein reicht als Indikation nicht aus. Die ECDC-Guidance betont, dass die Entscheidung individuell und ärztlich beurteilt werden muss – unter Abwägung des persönlichen Nutzens gegen das Risiko der Antibiotikaresistenzentwicklung.
Ob Doxy-PEP für Sie sinnvoll ist, besprechen wir im Beratungsgespräch anhand Ihres konkreten Risikoprofils. Grundlage ist die ECDC-Guidance zu Doxy-PEP (Januar 2026).
Ablauf bei uns
- Beratungsgespräch zu Risikoprofil und Eignung
- Aufklärung über Wirkung, Anwendung und Grenzen
- Verschreibung und Besprechung des Einnahmeschemas
- Empfehlung zur begleitenden STI-Testung
Wichtige Hinweise zur Anwendung
Doxy-PEP ist kein Ersatz für regelmäßige STI-Testung oder Kondome und kein Mittel für die routinemäßige Einnahme nach jedem Sexualkontakt. Das ECDC hebt folgende Risiken ausdrücklich hervor:
- Häufige Antibiotikaeinnahme fördert Resistenzentwicklung – nicht nur bei STI-Erregern, sondern auch bei anderen Bakterien wie Staphylococcus aureus und im körpereigenen Mikrobiom
- Doxy-PEP schützt in Europa nicht zuverlässig vor Gonorrhoe (hohe Resistenzrate)
- Langzeitsicherheit bei wiederholter Anwendung ist noch nicht vollständig belegt
Doxy-PEP muss eingebettet sein in eine umfassende Präventionsstrategie mit regelmäßigem STI-Screening, HIV-Prävention und Partnerbenachrichtigung. Eine periodische Neubewertung der Indikation ist erforderlich.
„Doxy-PEP ist ein sinnvolles Werkzeug für sehr spezifische Situationen – aber kein Mittel für alle. Die Entscheidung treffe ich gemeinsam mit meinen Patient:innen auf Basis einer ehrlichen Abwägung von Nutzen und Risiken, insbesondere dem Thema Antibiotikaresistenz.“
Dr. Richard Brodnig, Arzt für Allgemeinmedizin
Ist Doxy-PEP in Österreich zugelassen?
Doxycyclin ist als Antibiotikum in Österreich zugelassen. Der Einsatz als Doxy-PEP erfolgt als Off-Label-Use auf Basis internationaler Studiendaten. Das ECDC hat im Jänner 2026 eine öffentliche Guidance zu Doxy-PEP veröffentlicht, die den gezielten Einsatz bei Hochrisikopersonen unter ärztlicher Begleitung unterstützt – aber ausdrücklich keine Empfehlung für die breite Bevölkerung ausspricht. Wir informieren Sie im Gespräch vollständig.
Wird Doxy-PEP von der Krankenkasse übernommen?
Das Beratungsgespräch ist über die e-card abrechenbar. Die Kosten für das Medikament selbst sind derzeit gering (Doxycyclin ist ein günstiges Generikum). Wir informieren Sie beim Termin über aktuelle Erstattungsregelungen.
Was sind die Nebenwirkungen?
Häufige Nebenwirkungen von Doxycyclin sind Magen-Darm-Beschwerden, die durch Einnahme mit Mahlzeit und viel Wasser reduziert werden können. Doxycyclin macht die Haut lichtempfindlicher – Sonnenschutz in den Tagen nach der Einnahme ist empfohlen. Selten können allergische Reaktionen auftreten.
Was ist der Unterschied zwischen Doxy-PEP und HIV-PEP?
Doxy-PEP schützt vor bakteriellen STI (Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis), nicht vor HIV. HIV-PEP ist die Notfallprophylaxe speziell gegen HIV. Beide können bei Bedarf nach demselben Risikokontakt relevant sein und werden von uns gemeinsam besprochen.
Weitere Leistungen im Bereich sexuelle Gesundheit:
- STI-Testung – Umfassendes Screening
- HIV-PrEP – Schutz vor HIV-Infektion
- HIV-PEP – Notfallprophylaxe nach Exposition
- HIV-Betreuung – Hausärztliche Begleitung
Beratung zu Doxy-PEP in Wien 1020
Jetzt voranmelden